musiktherapie

Wolfgang Hafner ist ausgebildeter Diplom-Musiktherapeut (FH) und möchte sie an dieser Stelle über Musiktherapie informieren. Wenn sie Näheres wissen wollen, an einer Therapie oder einem Seminar über Musiktherapie interessiert sind, stellen sie ihre Fragen einfach per Email.

In der Arbeit mit behinderten, sozial benachteiligten oder verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen, aber auch mit behinderten Erwachsenen hat sich Musiktherapie als bewährtes Mittel erwiesen: Durch Musik machen und Musik hören können Beziehungsstörungen behandelt und Spannungszustände gelindert werden. Dadurch wird das Selbstwertgefühl entwickelt und erhöht. Das psychische Gleichgewicht kann stabilisiert werden. In der Musiktherapie versucht der/die MusiktherapeutIn, Musik oder musikalische Elemente gezielt anzuwenden, um therapeutische Ziele zu erreichen. Musiktherapeutische Ziele können unter anderem sein: Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer und körperlicher Gesundheit: Durch Musiktherapie soll dem Klienten/der Klientin Gelegenheit gegeben werden, sich selbst und seine Umwelt besser zu verstehen, sich in ihr freier und effektiver zu bewegen und eine bessere psychische und physische Stabilität und Flexibilität zu entwickeln.

Des weiteren kann Musiktherapie das Sozialverhalten, die Kommunikations-, Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit positiv beeinflussen. Musiktherapie kann sowohl in Gruppen- als auch in Einzeltherapie durchgeführt werden. Grundsätzlich wird die Musiktherapie in zwei verschiedene Methoden unterteilt: in aktive Musiktherapie, im Sinne von selbst gespielter Musik, und rezeptive Musiktherapie, im Sinne von gehörter Musik. Die Musik in der Musiktherapie, insbesondere die improvisierte, wird zum nonverbalen Kommunikations- und Ausdrucksmittel. Dabei ist nicht die Qualität der Musik nach künstlerischen Maßstäben wichtig, sondern das gemeinsame Musizieren, das "sich-musikalisch-ausdrücken". Der Musikbegriff ist nicht, wie im klassischen Musikunterricht, "produktorientiert", sondern definiert sich über die wechselseitige Beziehung zwischen KlientIn und MusiktherapeutIn über den therapeutischen Prozeß, und kann somit als "prozeßorientiert" bezeichnet werden. Der/die MusiktherapeutIn hat die Aufgabe, das gesamte therapeutische Setting angenehm, angstfrei, und den Bedürfnissen seiner KlientenInnen entsprechend zu gestalten. Er/Sie nimmt aktiv an der Musiktherapie teil.

Dabei achtet er/sie darauf, dass er/sie seine/ihre Musik am Spiel des/der KlientenIn orientiert, und dieses mit unterschiedlichen Improvisationsformen begleitet. Diese Formen können im Wesentlichen "begleitend", "stützend" oder aber "konfrontativ" sein. Auch auf der verbalen Ebene muss der/die TherapeutIn bereit sein, sich auf seine/ihre KlientenInnen einzulassen, in dem er/sie Offenheit für alle Äußerungen des/der KlientenIn zeigt. Das Musikinstrument gehört zum Material der Musiktherapie wie ein Spielzeug zum Spiel des Kindes. Mit den Instrumenten drücken KlientIn und TherapeutIn Gefühle, Stimmungen, Situationen, Konflikte